Biogas

Durch die Vergärung geeigneter Biomasse entsteht Biogas. Biogas ist ein Gemisch, das zu rund zwei Dritteln aus Methan und zu einem Drittel aus Kohlendioxid besteht. Die Erzeugung dieses Gases erfolgt in Vergärungsanlagen (Biogasanlagen), in denen Bakterien die organische Substanz, welche in der Biomasse enthalten ist, abbauen. Geeignete Ausgangsstoffe für die Vergärung sind z.B. Gülle, Mist, Bioabfälle oder Klärschlamm. Biogas lässt sich vielfältig nutzen. Es kann gereinigt und aufbereitet direkt ins Erdgasnetz eingespiesen oder in Blockheizkraftwerken zur Produktion von Strom und Wärme genutzt werden. 

Biogasanlagen im Kanton Luzern

In den letzten Jahren wurden im Kanton Luzern grosse Biogasanlagen errichtet. Im Kanton Luzern gibt es in 2024 insgesamt 32 Anlagen, welche Biogas energetisch verwerten: 13 Abwasserreinigungsanlagen, 6 industrielle Anlagen und 13 landwirtschaftliche Co-Vergärungsanlagen. Alle Anlagen produzieren mittels Blockheizkraftwerk Strom und Wärme, nur zwei speisen Biogas zusätzlich in das Gasnetz ein.

Derzeit befindet sich die kantonale Biogasstrategie aus 2013 in der Überarbeitung. Erste Analysen zum Potenzial von Biogas (unter «Biomasse unverholzt») wurden im Fachbericht zu den Potenziale der erneuerbaren Energieproduktion im Kanton Luzern aus 2024 zusammengefasst. Aus dem Bericht geht bspw. heraus, dass die Stromproduktion aller Biogasanlagen im Jahr 2022 58 GWh und die aus dieser Stromproduktion abgeschätzte genutzte Wärme 81 GWh betrug. Zum Vergleich: in der Schweiz gibt es ca. 100 Biogasanlagen, von denen rund 40 in das Gasnetz einspeisen, mit insgesamt ca. 400 GWh (VSG Jahresstatistik, 2023).